Mo, 8. Dez 2014: Entprekarisierung verorten?! Input und Diskussion zu den Organisierungserfahrungen der Punti San Precario in Mailand und Turin

Santa Precaria und San Precario begleiten Aktivist*innen der EuroMayDay-Bewegung und des PrekärCafé seit deren Anfängen. Angesichts der Zunahme befristeter und unsicherer Lohnarbeitsverhältnisse symbolisierten diese Schutzheiligen eine kollektive Suchbewegung nach Umgangsformen mit den "Übeln" der Prekarisierung. Die Flexibilisierung und Prekarisierung allgemeiner Arbeits- und Lebensverhältnisse in Italien und Europa verlangten nach neuen Formen, kollektive Kampf- und Handlungsfähigkeit zu erlangen.
Im Zuge der Bewegungen gegen Prekarisierung in Italien zum Leben erweckt, stellten Santa Precaria und San Precario den Versuch dar, Vernetzungs- und (Selbst-)Organisierungsformen jenseits traditioneller gewerkschaftlicher Repräsentationsformen zu finden. Damit waren sie auch namensgebend für ein italienweites Netzwerk von Punti San Precario: Orte der rechtlichen Beratung und Unterstützung bei Arbeitskonflikten und Ausgangspunkte der (Selbst-)Organisierung von Arbeitskämpfen. Im Dezember laden wir euch ein, mit uns über jene Orte in Italien zu sprechen, die diese vielfältigen Organisierungsbestrebungen der von Prekarisierung betroffenen Menschen beispielhaft auf den Punkt bringen sollten: die Punti San Precario in Mailand und Turin. Im Zentrum der Veranstaltung stehen dabei die verschiedenen Erfahrungen von Selbstorganisierung und Vernetzung, die angesichts vielfältiger und unterschiedlicher prekarisierter Arbeits- und Lebensverhältnisse an diesen Orte gesammelt wurden:
- Welche Anforderungen stellen diese Verhältnisse an Orte der Organisierung?
- Welche Allianzen wurden geschlossen, und welche Formen haben die gemeinsamen Organisierungsprozesse und Arbeitskämpfe dadurch angenommen?
- Welche Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Repräsentation prekärer Subjektivierungsformen wurden dabei erkundet?
- Wie gestaltete sich das Verhältnis zu Gewerkschaften und anderen Teilen der organisierten Arbeiter*innenschaft?
- Was für Erfolge konnten erzielt werden, und was für Rückschläge waren dabei hinzunehmen?
Darüber und über viele weitere Fragen diskutieren wir mit Kristin und Dario, zwei Aktivist*innen aus Italien und Deutschland, die in den beiden Punti San Precario in Mailand und Turin aktiv waren.

Dienstag, 2. Dezember 2014: Precarity Office Vienna XI

Der proklamierten "Bewegungsfreiheit" von EU-Bürger*innen innerhalb der EU steht eine immer stärkere und restriktivere Abschottung nach außen gegenüber. Die Grenzen werden nicht zuletzt im Hinblick auf die "Bedürfnisse" des Arbeitsmarktes reguliert. Die restriktiven Methoden, um "unerwünschte Einwanderung" zu verhindern, wurden in den letzten Jahren immer brutaler. Insbesondere an den europäischen Außengrenzen hat die Migrationspolitik mittlerweile ein Level von Gewalt erreicht, das für einige Migrationsforscher*innen und -aktivist*innen mit einem "Krieg gegen Migrant*innen" vergleichbar ist. Im zweiten Teil der Veranstaltungsreihe "Mobilität und Migration" stehen die Außengrenzen der Europäischen Union im Zentrum, wobei insbesondere die Grenzregime Spaniens, Griechenlands und Italiens in den Blick genommen werden. In Verbindung gesetzt werden die Grenzpraktiken an den Außengrenzen mit Österreichs "interner Grenze": Die Kriminalisierung erfolgt hier verstärkt durch die Dublin 2-Bestimmungen oder auch durch den Paragraf 114 des Fremdenpolizeigesetzes gegen "Schlepperei". Innerhalb der letzten Jahre hat aber auch der Widerstand gegen das brutale Grenzregime Europas zugenommen und unterschiedliche neue Praktiken entwickelt wie u.a. Refugee-Proteste und Kirchenbesetzungen. Im zweiten Teil des Abends werden Aktivist*innen von WatchTheMed - eine Organisation, die Fälle von Bootsunglücken im Mittelmeer, bei denen Flüchtlinge nicht oder nicht rechtzeitig gerettet werden, dokumentiert - das neue "Alarm Phone"-Projekt vorstellen: eine Notfallnummer für in Seenot geratene Flüchtlinge.
Kommt und diskutiert mit uns: Prekarität kennt keine Grenzen - Bewegungsfreiheit für alle!! Diese Veranstaltung ist der zweite Teil einer dreiteiligen Diskussions- und Selbstuntersuchungsreihe zum Thema Migration (Teil III: Migration und Utopien). Precarity Office Vienna XI. "If the doors shut behind you, you are a migrant". Teil II: Precarity has no borders! Eine Kooperationsveranstaltung von PrekärCafé und Precarity Office. 18h-20h Bar und Precarity Office: Planen & Beraten, Essen & Plaudern. Ab 20h Veranstaltung: "If the doors shut behind you ..." Die Initiative für das Precarity Office geht von verschiedenen Leuten aus, von denen manche im PrekärCafé, in Juventud Sin Futuro/Marea Granate Vienna und Solidarity4All organisiert sind. For [ENG] and [ES] versions and further information see: 

http://precarityoffice.wordpress.com/ 
http://cafe.prekaer.at/  
http://www.jsfviena.net/de/juventud-sin-futuro-viena/ 
http://solidarity4allvienna.wordpress.com/ 
Mehr Infos zu WatchTheMed: http://watchthemed.net/

Fr., 21.11.2014: Emma Adler. Die berühmten Frauen der Französischen Revolution

Buchpräsentation mit der Hg.in Eva Geber am 21.11.2014 um 20 Uhr Emma Adlers Opus Magnum »Die berühmten Frauen der französischen Revolution 1789 - 1795« erschien 1906 und stellt eine Pionierarbeit der Frauengeschichtsschreibung dar. Vorurteilsfrei widmet Emma Adler sich den Frauen jeglicher revolutionärer Richtung, weshalb sich Charlotte Corday, die Marat erstach, ebenso darin findet, wie Olympe de Gouges mit ihrer Deklaration der Rechte der Frauen. »Die Gleichheit vor dem Schafott war die einzige, die die Revolution für die Frauen wirklich festgestellt hat«, stellt Adler nüchtern fest. Ihr Mann, Viktor Adler, der Begründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, kritisierte das Buch hart: »... allen Respekt vor der Arbeit - aber, so viel ich sehe, ist es erzreaktionär«. Er überlegt ironisch, sich öffentlich von ihr zu distanzieren, »sonst bringen sie mich noch auf die Guillotine, gegen die du eine gänzlich unbegründete Abneigung hast«. Diese Kostbarkeit einer Würdigung von zehn Frauen, die in der Geburtsstunde der Zivilgesellschaft bereit waren, ihr Leben für die revolutionären Ideale aufs Spiel zu setzen, liegt nun nach über 100 Jahren wieder vor. Eva Geber hat es durchgesehen und ein Nachwort über Leben und Werk Emma Adlers hinzugefügt. (Text: Mandelbaum Verl.)
read - resist - rebel - revolt www.bibliothek-vonunten.org

Mi. 26.11.; 20:00: que[e]r open

Weil es das letzte Mal so gut ankam, machen wir es gleich wieder: einen Abend ohne Programm im que[e]r. So bleibt mehr Zeit zum plaudern und feiern, Leute kennen zu lernen oder aber alte Bekannte wieder zutreffen. Es wird reichlich zu trinken und essen geben. Und auch Spiele sollen nicht fehlen – mit dabei: die Klassikerinnen Malefiz und contact!
Kommt vorbei, seid dabei!

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Mi. 19.11; 20:00: Das große Gefängnis

Filmvorführung und Diskussion
Harraga kommen auf der Suche nach einem besseren Leben nach Europa und finden sich in einem großen Gefängnis wieder, das ihnen jedes normale Leben verwehrt. Wenn sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen, landen sie häufig im kleinen Gefängnis, weil sie einer Arbeit nachgehen, die vom Staat juristisch und von der Gesellschaft moralisch verurteilt wird.

Filmvorführung: Und schließlich bin ich abgehauen!
Regie: Yassine Zaaitar und aufenthaltsraum, A 2013, 22 min

Danach Präsentation des Projekts "Gefängnis und Migration" und Diskussion mit Birgit Mennel, Monika Mokre, Yassine Zaaitar u.a.
Info: http://transversal.at und www.kueltuergemma.at

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Mi. 12.11; 20:00: Irma Trksak – Portrait einer Widerständigen

Eines von zehn Videoportraits aus der Reihe VISIBLE ist einer Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, Irma Trksak und ihrem Überleben im Frauen-KZ Ravensbrück gewidmet. Im Zentrum steht wie in den anderen Filmen der Reihe der Versuch, sichtbar zu machen, welche Spuren die erlebten Gräuel in den nachfolgenden Generationen ziehen, was zwischen Irma und ihrem Sohn Ludwig Thema war und worüber geschwiegen wurde – sowie ihre aktive Zeitzeuginnenschaft in der Öffentlichkeit.
VISIBLE entstand in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen und unter der Verwendung von Interviewmaterial aus dem VideoArchiv Ravensbrück
A 2009, 48 min. Idee, Konzept: Bernadette Dewald und Marika Schmiedt, Regie: Bernadette Dewald

http://www.videoarchiv.ravensbrueck.at/html/arch1_1.htm
http://www.dewaldsites.eu/html/ZEITZEUGINNEN/Archiv.html

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin Bernadette Dewald

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Mo. 10.11.; 17:30: Gedenkrundgang zum Novemberpogrom

Gedenkrundgang in der Brigittenau

NIEMALS VERGESSEN!

Treffpunkt: Montag, 10.11., 17:30 Uhr, Wallensteinplatz, 1200 Wien

Wir wollen einige Orte ehemaligen jüdischen Lebens in der Brigittenau besuchen, die auch zu Orten nationalsozialistischer Verfolgung wurden. Der Rundgang soll nicht zuletzt auf antisemitische Kontinuitäten hinweisen, in denen das Novemberpogrom und die folgende nationalsozialistische Vernichtungspolitik grausame Höhepunkte darstellten.
Wir möchten euch/Sie einladen, uns bei diesem Rundgang durch den 20. Bezirk zu begleiten!
Mehr Infos unter: rundgang.blogsport.de

Danach gibt es die Möglichkeit zum Austausch bei jüdischen Liedern, warmem Essen, heißen und kalten Getränken in der W23, Wipplingerstraße 23, 1010 Wien.

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Mi., 5.11.; 20:00: Stopp TTIP, CETA und TiSA

Derzeit werden für die EU zahlreiche Handelsabkommen verhandelt, die mit hohen potentiellen Gefahren für Arbeits-, Umwelt- und Verbraucher_innenschutz, vor allem aber auch demokratische Handlungsspielräume verbunden sind. Nina Pohler (Attac) wird uns einen Überblick über die Handelsabkommen, ihr Entstehen, ihre Inhalte und die damit verbundenen Gefahren geben.

Input mit Diskussion, Infos zb. auf ttip-stoppen.at

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