Das Weiterleben der Ruth Klüger

Filmabend am Do., 9. Mai 2013 um 19.30 Uhr

Es ist eine Sache, den Holocaust überlebt zu haben. Aber es ist eine andere, danach zu fragen, wie sich dieses Leben nach dem Überleben gestaltet hat und welche Spuren die Erfahrungen von Verfolgung und Todesbedrohung im Leben einer Überlebenden hinterlassen haben.

"Das Weiterleben der Ruth Klüger" portraitiert die aus Wien stammende amerikanische Literaturwissenschafterin Ruth Klüger vor dem Hintergrund dieser Frage. Und zwar an den vier Orten, die ihr Leben bestimmt haben: Wien, Kalifornien, Göttingen und Israel.

Ruth Klüger lässt den Zuschauer/die Zuschauerin auch in sehr intimen Situationen an ihrem Nachdenken teilnehmen: über ihre Kindheit im "judenkinderfeindlichen" Wien, ihre Eltern, ihre eigene Rolle als Mutter zweier amerikanischer Söhne, über ihr Frausein und den Umgang von Gedenkstätten mit dem Gedenken. In keinem Moment des Filmes ist sie pathetisch oder eitel. Ihr Denken ist präzise und immer wieder schonungslos sich selbst und anderen gegenüber. (Quelle: navigatorfilm.at)

Buch & Regie: Renata Schmidtkunz

Trailer unter: http://www.bibliothek-vonunten.org

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der RosaAntifaWien (http://raw.at)

Mittwoch, 1. Mai 20103: que[e]r bleibt zu

Am Tag der Arbeit gibt es nur eines: Nicht Arbeiten. Daher bleibt das que[e]r an diesem Tag geschlossen Die Bibliothek von unten auch :-)

Mittwoch, 24. April 2013; 20.00 Uhr: Deutsche Touristen in Jugoslawien

Historischer Filmabend (1964) zwischen Satire und Komödie

Eine deutsche Sängerschaft unternimmt in der Nachkriegszeit eine Urlaubsreise ins bereits beliebte Jugolslawien. In einem abgelegenen Dorf, bewohnt von Frauen, streikt der Bus. Die "Herrenpartie" sieht sich mit ehemaligen Partisaninnen konfrontiert, die deutsche Besatzung hatte in dem Dorf gewütet. Spannend ist natürlich auch die Rezeptionsgeschichte in Deutschland. Ob und wie der Film in Österreich diskutiert wurde, wissen wir leider nicht.

(92 min, deutsch/jugoslawische Produktion, 1964)

Infos zu Barrieren beim Zugang zur W23

Fr, 19. April 2013, 20 Uhr: "Dreißig Jahre Erwerbslosenprotest 1982 - 2012" Buchpräsentation und Diskussion mit Harald Rein (Frankfurter Arbeitslosenzentrum)

Im Jahr 1982 ging in Frankfurt am Main der erste "Bundeskongress der Arbeitslosen" über die Bühne, an dem - in dieser Form erstmalig in der Nachkriegsgeschichte - rund 2000 Aktivist*innen aus kirchlichen, gewerkschaftlichen und autonomen Erwerbsloseninitiativen aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Für die Entwicklung sozialer Bewegungen von Erwerbslosen und Armutsbetroffenen in Deutschland war das Ereignis insofern von zentraler Bedeutung, als es u.a. die Form des Austauschs und der Vernetzung veränderte. Harald Rein, Sozialwissenschaftler und Berater im Frankfurter Arbeitslosenzentrum, nahm den 30. Jahrestag des Kongresses zum Anlass, um einen Sammelband zu "Dreißig Jahre Erwerbslosenprotest 1982-2012" herauszugeben. Seine im Vorwort zum Sammelband dargelegte Einschätzung zu diesen drei Jahrzehnten Bewegungsgeschichte liest sich dabei durchaus durchwachsen: "Es ist im klassischen Sinne keine Erfolgsgeschichte, aber in der langen Zeitspanne Anlass genug, den Widerstandskampf von Erwerbslosen in all seinen Facetten darzustellen und zu bewerten, aber auch ihre phasenweise Unsichtbarkeit oder Duldsamkeit zu begreifen." Diesem doppelten Ziel verpflichtet sind die Beiträge des Bandes, welche die unterschiedlichen Spektren der Bewegung portraitieren, ihre Geschichte dokumentieren, bisherige Aktivitäten bilanzieren und zukünftige Strategien entwickeln. Darüber erfassbar werden die - wie es im Buch heißt - mannigfaltigen "Protestwirklichkeiten zwischen individuellen Lebenskämpfen und kurzfristigen kollektiven Massenprotesten von Menschen, die Geschichte geschrieben haben, ohne jemals in Geschichtsbüchern vorzukommen". Das PrekärCafé nimmt das Erscheinen des Bandes zum Anlass, um mit dem Herausgeber Harald Rein über die Bedingungen von Erwerbslosenprotest im Allgemeinen, über dessen spezifische Geschichte in Deutschland und über Schlussfolgerungen für das Hier und Jetzt zu sprechen.