Mittwoch, 08.01.2014; 20:00: Alles für alle!

Zapatismus zwischen Sozialtheorie, Pop und Pentagon

Für ein Leben ohne Armut, Rassismus und Neoliberalismus – die Anliegen, die vor zwanzig Jahren in den Aufstand der Zapatistas im Süden Mexikos mündeten, sind nach wie vor dringlich. Zwei Jahrzehnte nach der Erhebung der Zapatistischen Befreiungsarmee (EZLN) am 1. Januar 1994 ist es allerdings still geworden um den Zapatismus. Während basisdemokratische Organisierung und Widerstand in den autonomen Gemeinden nach wie vor gelebt werden, scheint der zapatistische Einfluss auf die Linke und die sozialen Bewegungen in Mexiko wie auch weltweit deutlich geschwunden zu sein. Dieser Eindruck drängt sich im Vergleich zu den 1990er Jahren und angesichts des Schwächelns der globalisierungskritischen Bewegung jedenfalls auf.

Jenseits der aktuellen Tagespolitik hat der zapatistische Aufstand allerdings Effekte gezeitigt, die sich auf ganz anderen Feldern abspielen als auf jenen in den südmexikanischen Bergen. Das zapatistische Politikverständnis hat sich in die entwicklungspolitische Diskussion ebenso eingeschrieben wie in die Forschungen zu sozialen Bewegungen. Selbst in den Auftragsstudien des Pentagon ist es zu finden.

Der Vortrag von Jens Kastner leitet ein in die Geschichte und "Theorie" der zapatistischen Bewegung und diskutiert Aspekte ihrer transnationalen Rezeption.

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