Relax, it´s ( not) only a ghost

Zur unmöglichen Möglichkeit queerer Kollektivität
|: Mittwoch 27. April 2011 um 20uhr



How might we create a collectivity that we would want to belong to? lautet die Frage, die zugleich der Titel eines aktuellen Essays von Gay and Lesbian Studies-Pionier Barry Adam ist. Tatsächlich kann die große Frage nach der un/möglichen Lebbarkeit queerer Kollektivität auch dort, wo sie nicht explizit wird, als das omnipräsente Unbewusste von theoretischen Auseinandersetzungen und politischen Kämpfen rekonstruiert werden, die sich um das Problem der Sexualität drehen. Was ist und wäre queere Kollektivität? Lässt sich eine Gemeinschaft derer konstituieren, die sich über kein Kriterium der Zugehörigkeit abschließend verständigen wollen? Kann es ein Kriterium geschlechtlicher, sexueller Identität überhaupt geben, wenn queer sich doch nicht nur gegen die(se) Identifizierung, sondern auch gegen die Dispositive von Geschlecht und Sexualität selbst wendet? Wie beurteilen wir die emanzipatorischen Kämpfe der letzten Jahrzehnte und wo in ihnen stehen wir? Sind die unbewohnbaren Orte, die dennoch dicht besiedelt sind, bewohnbar geworden oder wurde es wohnlich immer nur dort, wo sie eigentlich verlassen wurden? Welche Stadt/Land/Erde-Architekturen bräuchte queer um aus allen Nischen hinaus in Offene zu kommen? Wie sähe eine Welt aus, in der queer den Modus einer universellen Gemeinschaftlichkeit bezeichnete?

Vortrag und Diskussion mit Mike Laufenberg und Bini Adamczak

Du bist Terrorist_in?

Das Schlagwort „Web 2.0“ steht heute für die partizipative Teilnahme im Netz (Internet), wo Nutzer_innen ihre Inhalte selbst erstellen, bearbeiten und veröffentlichen. Unterstützt werden diese Aktivitäten durch „Gratis"-Plattformen, wie „Facebook“, die Online-Enzyklopädie „Wikipedia“, „Flickr“, „Youtube“, „Twitter“ und Co.

In der so genannten "Blogsphäre" kann sich jede_r öffentlich zu jedem Thema äußern. Damit öffnet sich das Feld politischer und gesellschaftspolitischer Meinungsbildung auch denjenigen, die bisher kein öffentliches Forum und keine Mitsprachemöglichkeiten hatten. Durch diese neuen kulturellen Praktiken kommt es zu einer zunehmenden Verlagerung des sozialen Austauschs von einer realen auf eine virtuelle Ebene.

Die Preisgabe von privaten Daten und individuellen Vorlieben auf sozialen Netzwerken birgt aber auch eine Gefahr aus datenschutzrechtlicher Sicht. Gerne wird auch eine kritische Diskussion darüber von Nutzer_innen mit dem Argument “Ich habe nichts zu verbergen …” verharmlost.

Was aber, wenn es auf einmal heißt “Sie sind Terrorist_in” und Sie zählen zu den Betroffenen bzw. Verdächtigen?


Dienstag, 26. 4. 2011
Beginn 19:00
w23 / Wipplingerstrasse 23 (die Stiegen halb runter), 1010 Wien

Vortrag und Diskussion mit Anne Roth

Anne Roth (annalist) lebt in Berlin und ist Medienaktivistin und Journalistin. Seit Juli 2007 wurde sie als Partnerin ihres Lebensgefährten bekannt. Andrej Holm, Soziologe wurde morgens um 7 Uhr in der eigenen Wohnung als Terrorist festgenommen. Ab diesem Zeitpunkt begann Anne Roth (annalist) über das Innenleben einer Terrorismus-Ermittlung zu bloggen und begann Web 2.0 Plattformen zu nutzen, um das absurde Theater der eigenen Überwachung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. https://annalist.noblogs.org/

Veranstaltet von: Archiv der sozialen Bewegungen / Wien, Bibliothek von unten, Rosa Antifa Wien und tech:babbel

Schrei im Dezember. Ein erschossener Demonstrant

Buchpräsentation und Filmvorführung mit dem Mitherausgeber Karl Heinz Dellwo am 7. Mai 2011 um 20.30 Uhr


Das Buch beleuchtet die griechische Revolte im Jahr 2008. Dazu Texte autonomer Gruppen aus Deutschland und Griechenland, die im 3. Band der Bibliothek des Widerstands, erschienen sind. Im Anschluss wird der zum Buch erschienene Film von Kostas Kolimenos gezeigt, der die Hintergründe und den Verlauf der militanten Protestaktionen nach den Todesschüssen auf Alexandros Grigoropoulus dokumentiert.


Gemeinsame Veranstaltung des Archivs der sozialen Bewegungen und der Bibliothek von unten im Rahmen der Langen Nacht der Anarchie

MAYDAY! MAYDAY! Wir sind Parade!

|: Mittwoch,13. April 2011 um 20:00 Uhr

Wir pfeifen auf die Karotte vor der Nase, die das schöne Leben versprechen soll. Wir sagen der Entsicherung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse den Kampf an. Am 1. Mai findet daher auch in Wien wieder eine MAYDAY!-Parade
statt. Denn: Noch zu warten ist Wahnsinn! So lautet auch der Titel eines eigens zur Mobilisierung gedrehten Musikvideos, in dem eine Gang von prekären Aktivist*innen durch Wien zieht. Prekär kämpfen und prekär tanzen
statt prekär arbeiten und prekär leben ist schließlich schon länger eine Devise der Mayday-Paraden, die sich in den letzten zehn Jahren von Milano ausgehend vor allem in Europa, aber auch darüber hinaus ausgebreitet haben. Wie aber sieht's im eigenen Alltag aus? Musst du, darfst du, willst du... arbeiten? Wie wohnst du? Hast du Freizeit? Wovon lebst du 2039? Wie machen wir der Prekarisierung gemeinsam einen Strich durch die Rechnung?

Diskussion mit MAYDAY!-AktivistInnen

MAYDAY!-Parade 2011, Treffpunkt: 14 Uhr, Wallensteinplatz, 1200 Wien

http://www.mayday-wien.org

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Dem Grenzregime an seine Hotspots folgen!

: Mittwoch 6. April 2011 um 20 Uhr

Zur Karawane für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung im Frühjahr durch Mali und Senegal

Die Karawane für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung, die im Frühjahr 2011 während drei Wochen von Bamako, der Hauptstadt Malis, nach Dakar, der Hauptstadt Senegals zum 10. Weltsozialforum zog, machte sich zur Aufgabe, die Zusammenhänge zwischen den Gründen und Ursachen für Flucht und Migration, den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Migrant_innen in den so genannten Aufnahmeländern, sowie rassistischer Gesetzgebung, Ausgrenzung und Abschiebung sichtbar zu machen. Sie stellte den Versuch dar, transnationale Verbindungen zwischen antirassistischen Gruppen in europäischen und afrikanischen Ländern zu stärken und gemeinsame Widerstandsprojekte auf die Beine zu bringen.

Rück- und Ausblick, mit Dieter Behr, Corinna Milborn und Katharina Morawek

Mehr Info: http://www.afrique-europe-interact.net

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