Gelebter Internationalismus. Österreichs Linke und der algerische Widerstand

Filmvorführung und Buchpräsentation mit Fritz Keller am 1. April um 19.00 Uhr

Von 1954 bis 1962 tobte in Algerien ein Befreiungskampf. Als Teil eines internationalen Netzwerkes unterstützten in Österreich linke SozialistInnen, KommunistInnen und TrotzkistInnen den Aufstand des Front de Libération Nationale (FLN) gegen das französische Kolonialregime, an dessen Spitze zunächst der „Sozialdemokrat“ Guy Mollet, später Charles de Gaulle stand.

Bei diesem ersten Versuch einer Kooperation zwischen europäischen Linken und einer islamischen Bewegung konnte die Solidaritätsbewegung hierzulande mit der Unterstützung des Außenministers Bruno Kreisky und seines Mitarbeiters Rudolf Kirchschläger sowie die Kooperation von Innenministerium/ Staatspolizei rechnen.

Ungewöhnlich waren auch die von den Algerien-Sympathisanten um den VSStÖ-Obmann Karl „Charly“ Blecha eingesetzten Mittel: Rückführung von österreichischen, deutschen und ungarischen desertierten Legionären in ihre Heimatländer, Transportdienste bis hin zu Waffenschmuggel für den FLN, medizinische Betreuung für verwundete Mudschahidins in Wiener Spitälern …

Am 1. April um 19:00 Uhr wird der Historiker Fritz Keller weitere Einblicke in die Geschichte dieses vergessenen „Gelebten Internationalismus“ geben. Zur Illustration wird der Film von Philip Brooks/ Alan Hayling: Ein Tag, den es nie gab – Die massakrierten Algerier des 17.10.1961 gezeigt (damals wurden nach einer friedlichen Demonstration 10.000 AlgerierInnen verhaftet und bis zu 200 von der Polizei ermordet).



Stellungnahme des Bibliothekskollektivs zur Buchpräsentation aus dem Promedia Verlag:

Es wurde Kritik daran geübt, dass die Bibliothek von unten ein Buch aus dem Promedia Verlag präsentiert. Aus diesem Grund möchten wir uns kurz dazu äußern:

Das Bibliothekskollektiv ist sich der Problematik bewusst, ein Buch aus dem Verlag zu präsentieren, da wir die Vorwürfe, der Verlag würde antisemitische Bücher verlegen, teilen.
Wir werden weiterhin keine Bücher aus dem Verlag ankaufen und bei Schenkungen weiterhin darauf achten, ob die jeweilige Publikation unserer Meinung nach überhaupt in den Bestand der Bibliothek aufgenommen werden soll.

Zur Buchpräsentation: Der Autor ist an uns herangetreten mit dem Vorschlag, das Buch in der Bibliothek von unten vorzustellen. Wir haben uns entschlossen, das Buch zu präsentieren, obwohl es im Promedia Verlag erschienen ist, da wir das Thema sehr spannend finden und der Autor unseres Wissens nach nichts mit der Ideologie der Verantwortlichen des Verlags gemein hat.

Wir bitten deswegen Fans des Verlags zu Hause zu bleiben!!!!

das Kollektiv
der Bibliothek von unten