9.-18.10: Wir sind 10 \o/

Zehn Jahre ist es her, dass wir, das Archiv der sozialen Bewegungen, die Bibliothek von unten, das que[e]r und die Rosa Antifa Wien, die w23 eröffneten. Wir sind geblieben und andere dazu gekommen. Mit der w23 wurde nicht nur Raum für unsere Gruppen und Projekte geschaffen, sondern auch Platz für andere(s). Für AntifaCafé, PrecarityOffice, Treffen, Diskussionen, Filmabende, Solifeste, Workshops, und vieles mehr.

Getragen wird die w23 von Menschen, die diese finanziell unterstützen, in ihrer Freizeit reparieren, putzen, verwalten und all die unsichtbaren “Kleinigkeiten” erledigen die das Ganze am laufen halten.

Die w23 ist also ein selbstverwalteter Raum und bietet Platz für linke, emanzipatorische Projekte. Für uns gilt klar: Sexistisches, LGBTIQ* feindliches, rassistisches, antisemitisches Verhalten muss draußen bleiben! Es gibt in der w23 weder Eintrittspreise noch Konsumzwang, dafür den Wunsch nach einem solidarischen Umgang, jede Menge Bücher zum ausleihen, spannende Diskussionen und Menschen zum plaudern und plauschen!

PROGRAMM


Sonntag 9.10.2016 14:00 


Let’s encrypt!
FLIT* Crypto Wohnzimmer


Kommunikation läuft über viele Kanäle wie z.B.: E-Mails, SMS, Skype, Chats usw. Dabei hinterlassen wir täglich jede Menge (Daten)Spuren, Diese in Summe zeichnen ein sehr datailiertes Bild über uns, mit wem wir, wie oft kommunizieren. Unser Smartphone, der Computer beherbergen einen Haufen Informationen, die – im worst-case – die Repressionsbehörden sehr interessieren und die uns selbst und andere gefährden (können). Also was tun?!

E-Mails verschlüsseln? Gerne, aber wie? Signal, RedPhone? Was ist denn das?! Was kann ich tun um meine Daten auf meinem Smartphone oder Notebook besser zu schützen?

Wir wollen uns gemeinsam anschauen welche Möglichkeiten/Software/Apps es gibt und wie sie am besten einsetzbar sind.

Falls ihr gleich Sachen ausprobieren wollt macht vorher unbedingt ein vollständiges Backup! Und nicht vergessen, Akku(s) aufladen, Netzteil mitnehmen! ;)

Workshop FLIT* only!
hosted by Rosa Antifa Wien

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Dienstag 11.10.2016 18:00


Geschenkt wurde uns nichts



Annita Malavasi war 22 Jahre alt, als deutsche Truppen 1943 das bis dato verbündete Italien besetzten. Als Partisanin „Laila“ überbrachte sie Informationen, transportierte Waffen, bewegte sich mit und zwischen den kämpfenden Einheiten und nahm selbst an Gefechten teil. Über ein Jahr war sie in den Bergen des Apennin und kämpfte gegen die deutschen Besatzer, gleichzeitig musste sie sich gegenüber den Männern in den Bergdörfern behaupten. Gegen Kriegsende gehörte Laila zu den wenigen weiblichen Kommandierenden im italienischen Widerstand.

Der Film erzählt die Geschichte einer lebenslangen Emanzipation, die mit dem Befreiungskampf gegen den Faschismus begann. Laila und zwei ihrer Genossinnen, Gina „Sonia“ Moncigoli und Pierina „Iva“ Bonilauri, berichten von ihrer Zeit in der Resistenza und ihrer Bedeutung für sie und viele andere Frauen.

Filmabend
hosted by Rosa Antifa Wien

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Mittwoch 12.10.2016 19:00 


Älter werden und einsteigen in die „Szene“


Die radikale Linke, von Aktivist_innen häufig irgendwo zwischen „Szene“ und „Sumpf“, verortet, gilt als Jugendbewegung. Radikale Herrschaftskritik, würde demnach enden, wenn das ernste, bürgerliche Leben beginnt. Wie verhält es sich nun mit dem Älterwerden in linksradikalen Zusammenhängen? Welche Rolle spielen Lebensphasen im eigenen politischen Aktivismus? Sind die Zumutungen im Kapitalismus zwischen Lohn- und Reproduktionsarbeit, Job und Betreuungszeiten vor allem äußerlich? Ändert sich das Verhältnis zum politischen Widerstand mit der Erfahrung von Fehlschlägen und der Summierung von Frustration? Und wie stehen das „Dabeibleiben“ und der – nicht nur eigene – „Einstieg“, in politische Zusammenhänge, in einem Kontext? Wie leicht oder schwer wird es gerade, aber nicht nur, jüngeren Aktivist_innen gemacht Zugang zur „Szene“ zu finden und was für ein Verhältnis kann sich zwischen jüngeren und älteren Aktivist_innen ergeben?

Ein offener Abend mit aktuellen und biographischen Erfahrungen aus den letzten Jahr-(zehnt)en politischen Widerstands, jenseits identifikatorischer Nabelschau.

Diskussion
hosted by das que[e]r und die bibliothek von unten

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Donnerstag 13.10.2016 19:00 

Geschichte in Bewegung

Soziale Proteste und geschichtspolitische Transformationen rund um Nationalfeiertag, Leistungsschau und Heldenplatz


Die jüngsten geschichtspolitischen Umwälzungen im Zentrum der Zweiten
Republik (“Fest der Freude”, “Deserteursdenkmal”, Umgestaltung des
“Österreichischen Heldendenkmals”) wurden maßgeblich durch soziale
Proteste angestoßen. Dies gibt Anlass für eine Rückschau und Diskussion
der Entwicklungslinien antimilitaristischer und antifaschistischer
Kämpfe um historische Deutungshoheit im Zentrum der Bundeshauptstadt und
deren Einfluss auf offizielle Geschichtsbilder in Österreich.

Vortrag & Diskussion von/mit Johannes Kramer und Peter Pirker
hosted by das Archiv der sozialen Bewegungen Wien

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Samstag 15.10.2016 ab 20:00 

Deka//dance

10 Jahre w23 Party


10 Jahre – also eine Dekade – gibt es nun die w23 schon! 10 Jahre unzählige Diskussionen im que[e]r, Schmökern in der Bibliothek von unten, Stöbern im Archiv der sozialen Bewegungen und soooo vieles mehr. Grund genug zum feiern! Gemeinsam anstoßen, mit unseren langjährigen Wegbegleiter_innen, unseren neuen Mitkämpfer_innen und all den solidarischen Menschen rund um uns herum.

[Hint on] Wir lassen uns gerne an dem Abend auch etwas Arbeit abnehmen und auch Geburtstagsgeschenken sind wir nicht abgeneigt [/Hint off] ;)
mit Schirmchen Drinks, Deka//dance und vielem mehr!

17. Juni, 20 h: GOD LOVES U_GANDA

Dokumentation, USA, 2013, 83min (engl.)

Die Dokumentation thematisiert die Rolle us-amerikanischer evangelikaler Fundamentalisten in Uganda, die mittels Missionierung und politischer Einflussnahme LGBT-feindliche Zustände fordern und fördern. Sie zeigt, welche Strukturen das politische Christentum evangelikaler Prägung aufgebaut hat und nutzt, um homophobe Hetze sowohl auf gesellschaftlicher als auch gesetzgeberischer Ebene (etwa in Form des Uganda Anti-Homosexuality Acts) durchzusetzen. Zu Wort kommen auch LGBT Aktivst*innen rund um David Kato, der 2011 ermordert worden war, nachdem eine Zeitung ihn als schwul geoutet und zu seiner Ermordung aufgerufen hatte. Deutlich wird auch, entlang welcher rassistischer Dimensionen Missionierung vor sich geht.




1. Juni: Geschlecht & Flucht – Zum Genderaspekt der Migrationsforschung


So aktuell und breit diskutiert das Thema Flucht derzeit ist, so wenig thematisiert werden Fragen über das Zusammenspiel von Migration und Geschlecht. Dabei sind Migrationserfahrungen je nach Geschlechtszuschreibung verschieden. Auf der anderen Seite festigt sich die Festung Europa über sexistische und rassistische Argumente: Entgegen der
Realität wird so Flucht als rein männliches Phänomen dargestellt und sexistische Gewalt als vermeintlich importiertes Problem präsentiert. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen diese Narrative aufgeschlüsselt sowie Fragen von Recht und Geschlecht behandelt werden.

Diskussion mit Brigitte Hornyik vom Frauenring und Aktivist*innen von Freedom Not Frontex: Vienna & Queerbase

Di.,3.5.: "Yes he band! Todays Turkey and the freedom of press and expression"

"Yes he band! Todays Turkey and the freedom of press and expression"

Since 2013, Freedom House defines Turkey as “Not Free” and European Commission 2015 Turkey Report underscored the significant backsliding in the areas of freedom of expression and freedom of assembly in the country. Subsequently Reporters Without Borders has in its 2016 World Press Freedom Index ranked Turkey as 151 out of 180 countries. They reported that the “Journalists are harassed, many have been accused of “insulting the president” and the Internet is systematically censored. The regional context – the war in Syria and Turkey’s offensive against the PKK Kurds - is exacerbating the pressure on the media, which are also accused of “terrorism" (RSF; 2016).” As the well-known saying goes “there is freedom of speech, the freedom after speech cannot be guaranteed” currently in Turkey.

This Tueday two fellow activists from Turkey we discuss with us their experiences and give us their insight on todays turkish realities.

Beginn 20h - Come and discuss with us!

Precarity has no borders - Freedom for all!

18h-20h Precarity Office open. Foods, drinks, mutual advice session and organisation


Mi., 4.5.: Notstand als Vorwand zur Abschottung - die Normalisierung rassistischer und repressiver (Asyl)Gesetze in Österreich

Notstand als Vorwand zur Abschottung - die Normalisierung rassistischer und repressiver (Asyl)Gesetze in Österreich

Was heute im politischen Mainstream angelangt ist, sind Forderungen, die noch vor weniger als einem Jahr inneneuropäischen Aufschrei nach sich gezogen haben. Dass das europäische Grenzregime auch in den Jahren davor gewalttätig auf Abschottung abzielte, ist nicht zu leugnen, dennoch scheint es zu einem argumentativen Umbruch zu kommen. Die Gewalt an den Grenzen gegen Geflüchtete wird von politischer Seite immer öfter direkt gefordert, repressive Maßnahmen zur unproblematischen Option und offen artikulierter Rassismus Teil des alltäglichen Diskurses.

Widerstand gegen weitere Asylrechtsverschärfungen, die Schließung der Balkanroute und den Ausbau der Festung Europa ist notwendig!

Fr., 29.4, 19 h: IN OUR OWN WORDS




Buchpräsentation mit Aktivistinnen des International Women Space Berlin
(in engl. mit Übersetzung auf Somali und Deutsch)

Geflüchtete Frauen in Deutschland erzählen von ihren Erfahrungen ; Wir – die Aktivistinnen vom International Women Space (IWS) – hatten es uns 2013 als Aufgabe gesetzt, die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen in Deutschland zu dokumentieren. Wir näherten uns dem Projekt mit Hilfe der lateinamerikanischen Tradition der Testimonal-Literatur an – dabei immer mit dem Blick darauf, die Stimme der Stimmlosen zu verstärken. (...) Zwei Jahre nachdem sich viele über ihre Geschichten miteinander ausgetauscht haben und viele Frauen kollektiv an diesem Projekt gearbeitet haben, freut sich der IWS die Veröffentlichung von IN UNSEREN EIGENEN WORTEN bekannt geben zu können. 

Das Buch enthält Text von und über Frauen und beinhaltet zehn Testimonials von geflüchteten Frauen in Deutschland: Frauen, die migrieren hätten können, aber denen keine Visa ausgestellt wurden. Frauen, die in ihren eigenen Regionen zu Geflüchteten wurden, bevor sie versuchten über die tödlichen Routen nach Europa zu kommen. Frauen, die vor Krieg, Armut und Umweltkatastrophen fliehen, welche durch die Gier von Unternehmen erzeugt werden; Frauen, die der Verfolgung entfliehen müssen, da sie nicht dem Geschlecht entsprechen, welches ihnen bei ihrer Geburt zugeteilt wurde. Frauen, die vor ihren eigenen Familien weglaufen müssen, da sie nicht die durch das Patriarchat verursachte häusliche Gewalt akzeptieren.

IN UNSEREN EIGENEN WORTEN dokumentiert mutige Frauen, die gegen schwierige Realitäten gekämpft haben, wir sind sicher, das wird uns alle in unserem Kampf für Emanzipation inspirieren.“
Infos unter: https://iwspace.wordpress.com/in-unseren-eigenen-worten/

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Frauen* Flucht Gründe” statt und wird von der Initiative für Frauen* auf der Flucht organisiert.

Die Lesung wird auf Englisch sein und auf Deutsch und Somali übersetzt. 

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Book presentation with activists of the International Women Space Berlin
(in engl., transl. into somali and german)

In 2013 we, the activists from International Women Space (IWS), set ourselves the task of documenting the lives and stories of refugee women in Germany. We approached the project in the Latin American tradition of testimonial literature – looking to amplify the voice of the voiceless (...) Two years on, after many stories being exchanged and many women working collectively on this project, IWS is pleased to announce the launch of IN OUR OWN WORDS.




The book contains texts by and about women and includes 10 testimonials of refugee women in Germany: women who could have migrated, but wouldn’t have been given a visa. Women who became refugees in their own regions before attempting to reach Europe by the deadly routes available. Women fleeing war, poverty and environmental disasters caused by corporation’s greed, women fleeing persecution for not conforming to the gender they were assigned at birth. Women running away from their own families for not accepting domestic violence perpetrated by patriarchy.


IN OUR OWN WORDS is a documentation of brave women who have fought difficult realities, we are sure it will inspire us all in the struggle for emancipation.“
More details https://iwspace.wordpress.com/in-our-own-words/



Di., 12.4.: Sprache.Macht.Gewalt: Zur Bedeutung rassistischer Diskurse

Am 12.4. gibt es das nächste ra.wohnzimmer mit einem Vortrag zu Sprache als Teil rassistischer Mobilmachung. 
Offen ist das ra.wohnzimmer ab 15:00 - Veranstaltung beginnt um 18:00


Sprache.Macht.Gewalt: Zur Bedeutung rassistischer Diskurse


Ausgehend von der These einer besonderen Sprache des Faschismus sollen deren Eigenschaften (Gemeinschaftsbildung, Vereindeutigung, Täter-Opfer-Umkehr, Aggressionsauf- und -abbau usw.) diskutiert werden. Vor allem in den Neuen Sozialen Medien hat sich bereits eine rechtsextreme (rassistische) Parallel-, ja Gegengesellschaft gebildet. Zusammengehalten wird diese durch Feindbilder und äußere Bedrohungen, durch spezifische Anrufungen werden die Ängste ihrer Mitglieder zur Paranoia und ins Apokalyptische gesteigert. In der rassistischen Gemeinschaft gelten eigene Gesetze, Werte und Wahrheiten, während draußen die „Lügenpresse“ die noch nicht erleuchteten Teile der Massen manipuliert und allerlei Verschwörungen sie lenken.

Daneben sind wir gerade in Österreich mit medialen Diskursen konfrontiert, die zumindest für die Reproduktion von Rassismus verantwortlich gemacht werden können. Diese Diskurse erweisen sich zudem als durchlässig gegenüber Positionen der extremen Rechten, die solcherart ihre Begriffe wie z. B. „Überfremdung“ im Mainstream verankern und ihr Terrain ausweiten. Schließlich produzieren Medien nicht nur Stimmungen, sondern auch Wirklichkeit: Zuletzt wurden mit „Strömen“, „Wellen“ oder sonstigen Katastrophen assoziierte Geflüchtete zur Bedrohung, gegen welche dann auch physische Gewalt legitim erscheint.

Aber was gegen die Manipulationen und Suggestionen mittels Sprache tun? Reicht die eigene Sensibilisierung und ein bewusster Sprachgebrauch? Was kann ansonsten der rassistischen Gemeinschaftsbildung entgegengesetzt werden? Oder: Ist eine andere Sprache möglich?

Vortrag und anschließende Diskussion